Stammbaum: Familie Prieb - Johann - Wilhelmine
des christlichen Glaubens (ev.-lutherische Kirche seit dem XVI. Jahrhundert)
Erforscht und aufgestellt sowie Webdesign von Dr. Viktor Prieb (www.literatur-viktor-prieb.de und www.materialforschungsservice-dr-prieb.de) nach historischen und archivalischen Dokumenten (Siehe dazu sein Buch "Der Zug fährt ab"), Ergänzungen von Brian Schatz aus Kanada (Taufdaten und -zeugen aus den Gemeindebüchern aus den Jahren 1833-1885 im Gebiet Jekaterinoslav) sowie nach Erinnerungen und Informationen von:
Eduard Christian Prieb; Alide Smolinsky, geb. Prieb, und Elvira Stritz, geb. Krüger, Tochter von Eugenia Prieb

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"Als der Großvater noch vor dem Ersten Weltkrieg starb, kamen zu seinem Begräbnis nach Prischib etwa 100 verwandte Prieb-Familien" - erzählte Tante Aliede weiter.
"Interessant!" - dachte ich - "Und in Sibirien waren wir alleine "begraben" und sich selbst überlassen. Auch noch mit so einem komischen Namen, der weder im Russischen, noch im Deutschen irgendeine übersetzte Bedeutung findet.
Wo sind sie denn alle geblieben - diese hundert Familien?.." - gerade diese Frage versucht jetzt diese Familienchronik zu beantworten...

EWZ-Daten (Priebs und andere verwandte Familien inkl. Taufzeugen) aufgelistet von Brian Schatz
(für selbstständige Nachforschungen auf dieser Seite nutzen Sie bitte das Suchfenster unten)
Zum 200-jährigen Jubiläum der Familie Falz-Fein in Russland:
Die vollendete Ausgabe ihres Stammbaums
vom Familienhistoriker Boris v. Skadowsky. Berlin, 2007
(Lesen Sie dazu seine Kommentare als PDF-Anlage)
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Nachkommen von Wilhelmine Prieb und Friedrich Maier
(Russische Version - Русская версия)

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Wilhelmine und Friedrich Maier.
Polen, Flüchtlingslager, 1944:
Wilhelmine und Friedrich Maier. Polen 1944
Das Schicksal der Familie Maier spiegelt das böse Schicksal der deutschen Kolonisten in Russland zwischen zwei Weltkriegen am besten bzw. am schlimmsten wider (Siehe den Text rechts und das von Viktor Eduard Prieb geschriebene Buch "Der Zug fährt ab"). Im August 1941 entkamen sie wegen ihres hohen Alters knapp der Verbannung nach Sibirien, während ihre Landsleute im Alter unter 70 Jahren - einschließlich ihrer Söhne - als sowjetische Bürger der deutschen Nationalität verbannt und nach Sibirien deportiert wurden. Ihre beiden Söhne kamen in Arbeitslagern um. Nach der Rückzug der Deutschen Wehrmacht aus der Ukraine zogen sie mit Pferdezügen mit mehreren anderen Flüchtlingen nach Deutschland. In Polen (Siehe Foto) wurden sie wie 200.000 andere deutsche Flüchtlinge aus Russland auch von der Roten Armee eingeholt und nach Sibirien deportiert. Sie starben unterwegs in die Verbannung.
Wilhelmine
Prieb


*13.03.1862 Hoffental, Südrussland
getauft am 9. Apr. in der KG Molotschna, Taufzeugen: Martin Glökler aus Molotschna und Wilhelmine Prieb;
+1945
(unterwegs in die Verbannung nach Sibirien)

Ehemann:

FRIEDRICH
MAIER

*1865
Prischib
+1945
(unterwegs in die Verbannung nach Sibirien)
Der Stadtplan Prischib
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(Bild vergrößern)


Der alte Maier besaß eine Bäckerei und viele Häuser (in der Mitte neben der Post und untere Reihe links) in Prischib (Siehe Stadtplan oben). Nach der Revolution wurde Friedrich ins Gefängnis eingebuchtet dafür, dass jemand auf die Laterne vor seinem Haus geschrieben hatte: "Schlag Juden nieder - rette Russland wieder". Im Gefängnis traf er einen Offizier der Weißen Garde, der in Berdjansk mit Klassens im Vorhaft (Dopr) war. Dieser berichtete über die Erschießung der Familie Klassen in Dopr. Im Jahre 1929 wurde die Familie Maier im Laufe der Entkulakisierung (oder "Raskulatschka" - Enteignung des Eigentums) repressiert und zunächst nach Ural verbannt (sie wohnten dort in einer Erdhütte). Erst im Jahre 1940 - vor dem Zweiten deutsch-russischen Krieg, nach dem Stalin-Hitler "Liebespakt" - kehrten sie nach Prischib zurück).
Wilhelmine
Maier
*..., Prischib
gef. 1920 Berdjansk, Südrussland

Ehemann:

Dr. KLASSEN
*18.. Prischib
gef. 1920 Berdjansk
hatten einen
SOHN

Wilhelmine war Aktrice von Beruf, spielte gut Piano und gab Musikunterrichtsstunden. Ein Tschekist nahm die Musikstunden bei ihr und spionierte bei ihrem Sohn aus, dass die Familie nachts von irgendwelchen Männern besucht wurde. Daraufhin wurde die ganze Familie Klassen für die Beihilfe der Weißgardisten von Roten verhaftet und kurzerhand im Gefängnis erschossen

keine Nachkommen
WOLDEMAR
MAIER

*18.. Prischib
+19.. Sibirien

war verheiratet und noch im Jahre 1929 mit seiner Frau nach Sibirien verbannt. Beide in sibirischen Arbeitslagern umgekommen

keine Nachkommen
NIKOLAI
MAIER

*19.. Prischib
+19.. Sibirien

in sibirischen Arbeitslagern umgekommen

keine Nachkommen
 
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